6Mrz/16

24-Stunden-Pflege: Pflegende aus östlichen und fernöstlichen Ländern dürfen nicht weiter benachteiligt werden

ethics-947573__180Auch die Pflegenden aus Polen, Tschechien, der Slowakei, den baltischen Staaten, der Ukraine, aus Rumänien und aus den Philippinen etc. haben das Recht auf geregelte Arbeitszeit, geregelte Entlohnung und Sozialversicherung, wenn sie unsere Senioren und Kranken in Deutschland pflegen und betreuen.Oft haben sie auch Pflegebedürftige in Ihrer Heimat innerhalb ihrer Familien und auch Kinder. Ich habe einmal eine polnische Pflegeperson in einer 24-Stunden-Betreuung erlebt, die einen psychischen Zusammenbruch erlitt, als zum Ende ihrer dreimonatigen Einsatzzeit in Deutschland die versprochene Ersatzkraft ihrer Vermittlungsfirma einfach nicht kam und sie ohne Urlaubs- und Freizeitanspruch rund um die Uhr in 24-Stunden-Schichten weiterversorgen sollte.

Statement an die politischen Entscheidungsträger
offer-442903__180Es ist unzumutbar, dass diese ausländischen, pflegerischen Kolleginnen über Monate hinweg 24 Stunden-Tagesschichten häufig mit schlechter Bezahlung und ungenügender sozialer Absicherung in Deutschland leisten. Wir fordern unsere politisch Verantwortlichen in den Bereichen Gesundheit, Arbeit und Soziales auf, diese „Zweiklassengesellschaft“ nicht länger zuzulassen. Artikel I unseres Grundgesetzes sagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Dies muss für alle Pflegenden Gültigkeit haben!

14Feb/16

Walsterben als Folge einer Prionen-Erkrankung?

Gestrandete Wale, MeerGestrandete und verendete Wale an der Nordsee, an der Ostsee und an Großbritanniens Küsten

Es macht betroffen, das Bild der größten Säugetiere der Erde, gestrandet und verendet an unseren Küsten. Sie seien verhungert? Oder per Sonar verirrt? In flachem Wasser erdrückt durch das Eigengewicht?
Aber könnte dieses grausame Sterben auch andere Ursachen haben?

So erkrankten z. B. auf Irland oder Zypern Schafe an Scrapie, übersetzt, die Schafe kratzen und scheuern sich. Die deutsche Bezeichnung dieser Erkrankung heißt „Traberkrankheit“. Die Schafe haben einen „stackseligen“, trabenden Gang, verlieren das Gleichgewicht, fallen und rudern mit den Beinen.

Der Erreger ist das Prion, ein „proteinaceous infectious particle“: ein eiweißartiger, infektiöser Partikel. Kadaver dieser an der scrapie erkrankten Schafe wurden zu Tiermehl verarbeitet und in Großbritannien an Rinder verfüttert. SoGehirn, Anatomie, Menschliche entstand das BSE, die bovine (dem Rind eigene) spongiforme (wird zu einem Schwamm, in diesem Fall: das Gehirn) Enzephalopathie (eine Erkrankung des Gehirns). Eine Infektion mit Prionen äußert sich in einer fortschreitenden, stets tödlichen Zerstörung von Hirngewebe.

Auf Papua-Neuguinea trat bis in die 60er Jahre beim Volk der Fore die Kuru-Krankheit auf. Die Fore betrieben Endo-Kannibalismus, das heißt, sie aßen aus mystischen Gründen auch einzelne ihrer Vorfahren. Auch Kuru ist eine Prionen-Erkrankung. Nachdem diesem Volk der Kannibalismus verboten wurde, war diese Krankheit nahezu ausgerottet.

Bildquelle: Marco Görlich/pixelio.de

Zurück nach Großbritannien: an BSE verendete Rinder wurden verbrannt: über die Lüftungsanlagen wurden die Rinder anderer, umliegender Ställe infiziert. Nun wurden BSE-Rinderkadaver per Bulldozer unter die Erde gebracht, mit dem Effekt, dass Rinder in anderen Ställen über das Grundwasser mit Prionen angesteckt wurden. So wurde das verseuchte Tiermehl exportiert, auch an Zoos in den USA. Daraus folgerte, dass dort Gnus, Antilopen, Zebras, Giraffen und Elefanten an einer spongiformen Enzephalopathie erkrankten. Daraufhin wurde dieses verseuchte Tiermehl verklappt, das heißt, es wurde per Schiff  - im konkreten Fall in die Nordsee - entsorgt. Doch auch hier leben Säugetiere, denen diese Prionen etwas anhaben könnten:  Möglicherweise sind die heimischen großen Tümmler (bekanntete Delphinart) und eine weitere Delphinart, die Grindwale im Atlantik betroffen. Viele dieser Tiere verendeten an den Stränden. Vor einigen Jahren „verirrten“ sich Wale in die Themse. Auch an Australiens und Neuseelands Küsten verendeten Wale. Und nun stranden und verenden Pottwale auch an Großbritanniens Küsten und auch an Nord- und Ostsee.

Es war aus meiner Sicht ein folgenreicher Fehler, einem Vegetarier - nämlich dem Rind - Tiermehl zu verfüttern.

Was hat das alles nun mit der Kranken- und Altenpflege zu tun?Weltweit, Frau, Oma, Welt, Erde, Alt

Im Bereich der neurologischen Stationen werden zunehmend Patienten behandelt, die an einer „Creutzfeldt-Jakob-Krankheit“ leiden. Im Endstadium sind diese Erkrankten im letzten halben Jahr ihres Lebens in der Regel nicht mehr ansprechbar, müssen künstlich ernährt und gelagert werden und sind vollständig inkontinent. Diese Erkrankung ist eine Prionen-Erkrankung. Die ersten Symptome dieser Erkrankung äußern sich mit Gedächtnisverlusten und Depressionen. Kommen hier manchen Pflegekräften Assoziationen zu dementiellen Erkrankungen? Hauptübertragungswege sind über Liquor, Tränenflüssigkeit und über Stuhlgang möglich. Die Milz, das lymphatische Gewebe und auch Blutplasma werden als ansteckend beschrieben.

Mittlerweise ist auch nicht mehr sichergestellt, dass die „Placenta-Schranke“ als Gewebefilter wirkt. Daraus könnte folgern, dass die Erreger aus dem mütterlichen Blutkreislauf, z. B. beim Rind auf den fetalen Blutkreislauf des Embryos übergehen können. Der Erreger könnte auch in der Muttermilch oder in Milchprodukten nachweisbar sein.

Die Inkubationszeit beträgt beim Menschen bis zu 40 Jahre. Es wurde eine Verbindung zwischen BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit erforscht. Der Erreger schaffte den „Artensprung“ vom Rind zum Menschen.  Die Erkrankung wurde beschrieben als „neue Variante“ der CJK, die vCJK-Prion-Erkrankung, von der überwiegend jüngere Menschen betroffen sind.

Die transmissiblen, also übertragbaren spongiformen Enzephalopathien können auch durch Injektionen von Wachstumshormonen, durch die Transplantation menschlicher Hirnhaut und durch Augenhornhaut übertragen werden. Möglicherweise wäre die Augeninnendruckmessung beim Augenarzt weniger durch eine Applanationstonometrie, sondern eher durch eine Luftstoß-Nonkontakt-Tonometrie infektionshemmend. Somit wäre bei dieser Untersuchung ein direkter Kontakt des Messinstruments mit der Hornhaut des Auges ausgeschlossen.

Das Prion: Es ist in der Erdzeitgeschichte viel älter als Viren und Bakterien. Aus der Asche eines mit einer Temperatur von 600 ° C eingeäschertem Hamsters konnten noch lebende Prionen entnommen werden. Säurebad, radioaktive Bestrahlung und Dampfsterilisation konnten Prionen wenig anhaben. Neurochirurgisches Operationsbesteck könnte nach der Operation an einem mit Prionen infiziertem Gehirn für den nächsten Operationspatienten zum Verhängnis werden. Zur Sicherung der Diagnose CJK muss nicht zwangsläufig eine Sezierung am toten Gehirn erfolgen, zur Diagnosestellung ist auch eine Eiweißvergleichsuntersuchung am lebenden Menschen möglich.

Für die Sicherheit von zu Pflegenden, Pflegepersonal und Ärzten sind Hygienemaßnahmen und Aufklärung sowie Informationen über die Infektionsquellen und Gefahren dieser Krankheit dringend notwendig. Auch die Inbetriebnahme von einrichtungseigenen Klärwerken. Aus meiner Sicht sind die im Votum 33 verabschiedeten Empfehlungen des Bundesministeriums für Gesundheit nicht weitreichend genug, um die weitere Ausbreitung der vCJK einzudämmen.

Falls eine Prionen-Krankheit Ursache für das Walsterben sein sollte, wären die derzeitigen Maßnahmen der Tierkadaver-Verwertung nicht ausreichend, um weitere Infektionsherde auszuschließen. Aktuell werden die Walkadaver für die Dauer von 20 Minuten bei einem Druck von 3 bar mit einer Temperatur von 133 Grad „verarbeitet“. Bei dieser Methode werden Prionen nicht abgetötet. Die Weiterverarbeitung dieser Verwertungsprodukte könnten eine Infektionsgefahr für Mensch und Tier darstellen.

Schwein, Sau, Schweine, Stall, BoxenEpidemiologisch ist das Schwein dem Menschen sehr nahe. So wäre ein Artensprung vom Mensch auf das Schwein und wieder zurück zum Menschen ein äußerst gefährlicher Faktor.

28Jan/16

WHO warnt vor explosionsartiger Verbreitung des Zika-Virus.

Bis zu 4 Millionen Menschen könnten weltweit infiziert werden. Zwanzig Staaten in Mittel- und Südamerika sind mittlerweile betroffen. Sechs Länder in Europa melden bereits Verdachtsfälle.

Erstmals wurde der Erreger 1947 bei einem Rhesusaffen im Zika-Forest / Uganda nachgewiesen. Übertragen wird der Erreger, einem Flavivirus (Verwandter von Dengue-, West-Nil- und Gelbfieber-Virus), von blutsaugenden Mücken wie der Gelbfiebermücke Aedes aegypti und der Asiatischen Tigermücke Aedes albopictus.
Gefährlich ist dieser Virus vor allen Dingen für infizierte Schwangere. Die Infektion kann bei den Embryonen Gehirn- und Schädelfehlbildungen verursachen. Diese selbstlimitierende (ohne äußere Einflüsse endende) Viruserkrankung, welche aus den Tropen und Subtropen stammt, wird durch den Tourismus weltweit verschleppt. Die Weltklimaerwärmung ist eine weitere Ursache dieser Pandemie.

27Jan/16

Ohne Krankenpflege ist alles doof

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27Jan/16

Work-Life-Balance im Pflegeberuf

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27Jan/16

Stärkung der Entscheidungskompetenzen von Pflegekräften

Pflegekräfte sollen bestimmte Hilfsmittel verordnen dürfen

Gesundheitsstaatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU) fordert, dass die Entscheidungskompetenzen von Pflegekräften gestärkt werden sollen.

Bei einer Pressekonferenz des Stuttgarter Fachverlags Thieme am Dienstag in Berlin sprach sich Laumann dafür aus, dass Pflegekräfte zum Beispiel bestimmte Hilfsmittel für Pflegebedürftige selbständig verordnen dürfen.

Forderungen dieser Art stehen in engem Zusammenhang mit der geplanten Neuausrichtung der Pflegeberufe.

"Derzeit werde die Pflege von der Medizin, den Ärzten, Trägern und der Politik fremdbestimmt", monierte die ehemalige Präsidentin des Deutschen Pflegerats Marie-Luise Müller am Dienstag. Ergebnis daraus sei, dass "katastrophale Bedingungen" in den Kliniken herrschen. Viele Beschäftigte in der Pflege hätten innerlich bereits gekündigt. Marie-Luise Müller ruft zum "Aufstand von unten nach oben" auf.

Pflegekräfte wollen sich nicht als Hilfskräfte der Ärzte im Krankenhaus verstehen. Sie wollen auf Augenhöhe mit den Ärzten zusammenarbeiten. In Konsequenz würde dies zum Beispiel auch bedeuten, dass Pflegekräfte über die Dosierung bestimmter Medikamente mit entscheiden.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

26Jan/16

Erste Pflegekammer in Rheinland-Pfalz

Endlich - ein historischer Augenblick!

Rheinland-Pfalz ist Vorreiter bei der Gründung einer Pflegekammer. 

Das Ziel, Aus- und Weiterbildungen, Prüfungsabnahmen und Qualitätsnormen in die Hände von Pflegefachkräften zu legen, rückt näher. Zu lange wurden und werden in Deutschland die Belange der Pflege nicht ausreichend berücksichtigt. Planerisch sind Pflegekammern unter anderem auch schon in Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf dem Weg. Jetzt beginnen wir an die Länder USA, Großbritannien, Dänemark, Schweden etc. aufzuschließen. In diesen Ländern sind die dort installierten Pflegekammern ein großes Plus für deren Pflegekräfte. Schade, dass diese Thematik in Deutschland nicht bundesweit einheitlich geregelt werden kann.

Uwe Nieswandt

 

26Jan/16

G7-Staaten unterstützen das Gesundheitswesen von 76 Ländern

Die G7-Staaten haben sich unter anderem zum Ziel gesetzt, durch ihre Unterstützung grenzübergreifende Epidemien einzudämmen und hierzu technisches Know-How zur Verfügung zu stellen. Die Ebola-Krise in Westafrika hat zuletzt einmal mehr gezeigt, dass in vielen Staaten die Internationalen Gesundheitsvorschriften noch nicht ausreichend umgesetzt worden sind. 

Unabdingbar ist aus meiner Sicht, dass bei zukünftigen Pandemien - und mit diesen werden wir mit Sicherheit konfrontiert - nicht wieder nur einseitig Impfstoffe im Versuchsstadium getestet werden. Allerdings stellt sich die Frage, ob mit dem veranschlagten Budget für 2016 in Höhe von 4 Mio. EUR Großes bewirkt werden kann. Positiv ist jedenfalls das geplante Sonderprogramm "Afrika" der Bundesrepublik hervorzuheben, das in den Jahren 2015 und 2016 mit 205 Mio. EUR die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften in afrikanischen Partnerländern fördert. Es bleibt zu hoffen, dass diese geplanten Gelder auch tatsächlich fließen werden.

Uwe Nieswandt

Hier der Pressebericht zu diesem Thema:

G7-Staaten sagen 76 Ländern weltweit Unterstützung zu

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: „Ein funktionierendes Gesundheitswesen vor Ort ist der beste Schutz vor Gesundheitskrisen“

MItgliederG7
Berlin, 22. Januar 2016

Die sieben führenden Industriestaaten (G7) – USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und Deutschlandhaben 76 Staaten weltweit Unterstützung bei der Stärkung ihrer Gesundheitsversorgung zugesagt. Eine Liste der Staaten wurde heute zusammen mit dem Bericht der Bundesregierung über die deutsche G7-Präsidentschaft veröffentlicht.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe:„Ein funktionierendes Gesundheitswesen ist der beste Schutz vor Gesundheitskrisen. Das hat die Ebola-Krise einmal mehr in dramatischer Weise gezeigt. Es ist gut, dass die sieben führenden Industrienationen jetzt konkrete Hilfe für 76 Staaten weltweit zugesagt haben, um die Gesundheitsversorgung vor Ort zu stärken. Damit können die G7-Beschlüsse, die im letzten Jahr im bayrischen Elmau gefasst wurden, deutlich übertroffen werden.“

Beim G7-Gipfel in Elmau hatten sich die G7-Staaten verpflichtet, mindestens 60 Staaten ihre Unterstützung bei der Implementierung der Internationalen Gesundheitsvorschriften anzubieten.  Die heute veröffentlichte Liste umfasst 75 Staaten, darunter 3 regionale Zusammenschlüsse, die beim Aufbau widerstandsfähiger Gesundheitsstrukturen unterstützt werden. Die Liste ist eine Momentaufnahme zum Ende des Jahres 2015, weitere Staaten können hinzukommen. Ein Staat (Malaysia) ist 2016 bereits hinzugekommen.

Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) sind für alle Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation verbindlich. Sie dienen dazu, eine internationale Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern und sind damit zentral für die Eindämmung grenzübergreifender Epidemien. Die Ebola-Krise in Westafrika hat zuletzt einmal mehr gezeigt, dass in vielen Staaten die Internationalen Gesundheitsvorschriften noch nicht ausreichend umgesetzt worden sind. Dafür ist technisches Know-How notwendig.

Das Bundesgesundheitsministerium wird daher gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem Bernhard-Nocht-Institut (BNITM) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Partnerländer gezielt bei der Stärkung des Gesundheitswesens unterstützen. Dazu gehört die Ausbildung von Personal zum Management von Gesundheitskrisen in den Partnerländern. Zudem wird ein schnell einsetzbares Team aus Epidemiologen und Laborexperten des RKIund BNITM aufgebaut, um schon bei ersten Anzeichen eines Krankheitsausbruchs vor Ort bei der Diagnostik und Bekämpfung unterstützen zu können. Das Programm wird 2016 mit 4 Millionen Euro starten und ist zunächst für 5 Jahre geplant.

Die Bundesregierung investiert zudem im Rahmen des Sonderprogramms Afrika mit 205 Mio. EUR (2015 und 2016) verstärkt in die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften in afrikanischen Partnerländern.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministerium für Gesundheit (wörtlich zitiert)

25Jan/16

Reform der Pflegeberufe

Reform der Pflegeberufe ist auf dem Weg

Die generalistische Pflegeausbildung soll kommen: Das Bundeskabinett hat jetzt den Gesetzentwurf abgenickt. Die Reform soll dazu dienen, mehr Menschen für Pflegeberufe zu begeistern. Bei Opposition, Arbeitgebern und Gewerkschaften regt sich Widerstand.

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BERLIN. Das Bundeskabinett hat den Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Pflegeberufe ins parlamentarische Verfahren weitergeleitet. Mit dem Gesetz soll eine generalistische Ausbildung eingeführt werden. Alten- und Krankenpflege sowie Kinder- und Jugendkrankenpflege sollen darin aufgehen.

Zu diesem Gesetzesentwurf werden kritische Stimmen bei den Ärzteverbänden, den Arbeitgebern in der Altenpflege, den großen Gewerkschaftsverbänden, den Oppositionsparteien, bei Pflegepolitikern der Unionsfraktion sowie auch in den Ländern laut.

"Wir bringen das Pflegeberufsgesetz in der Überzeugung auf den Weg, dass es den Pflegeberuf attraktiver macht", sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) im Anschluss an die Kabinettssitzung.

Je breiter die Entwicklungs- und Aufstiegsperspektiven angelegt würden, desto mehr erhöhe sich die Durchlässigkeit zwischen Alten- und Krankenpflege.

Ziel ist es den Altenpflegeberuf aufzuwerten

"Wir sind davon überzeugt, dass mit der Reform der Altenpflegeberuf aufgewertet wird", warb Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) für das Projekt.

Ziel der geplanten Reform ist es, mehr Menschen für die Pflegeberufe zu gewinnen.

Nachfolgend die wesentlichen Punkte des Gesetzentwurfes, der die Kosten der Pflegeausbildung von 2,4 auf mehr als 2,7 Milliarden Euro im Jahr ansteigen lässt:

  •  Einführung einer "vereinheitlichten Ausbildung" mit dem Abschluss Pflegefachfrau und -mann. Die bisherigen Berufsbilder Altenpflege, Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderpflege sollen in diesem neuen Berufsbild aufgehen, um somit fachübergreifende Kompetenzen zu schaffen.
  • Das in einigen Ländern noch übliche Schulgeld für die Altenpflegeausbildung soll gestrichen werden. Stattdessen sollen alle Auszubildenden eine angemessene Ausbildungsvergütung erhalten.
  • Ergänzend zur beruflichen Ausbildung sollen berufsqualifizierende Studiengänge eingeführt werden.

Längere Übergangsfristen sind vorgesehen

Der Kabinettsentwurf sieht deutlich längere Übergangsfristen vor. Noch bis Ende 2023 sollen das bisherige und ab 2018 das neue Ausbildungssystem parallel laufen.

Kritiker fürchten, dass durch die Reform die Zahl der Auszubildenden in der Pflege sinken wird. "Gröhe und Schwesig müssen ihr übereiltes und gefährdendes Reformvorhaben stoppen", meldete sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) zu Wort.

Auch die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag sprachen sich gegen die Reform aus. "Schon jetzt ist absehbar, dass viele berufsspezifische Ausbildungsinhalte verloren gehen", sagte die Pflegeexpertin der Linken Pia Zimmermann.

Auf Gegenkurs zu diesem Vorhaben sind auch die Kinder- und Jugendärzte.

Bildquelle:  I-vista/pixelio.de

24Jan/16

Musik als Erinnerung – Naomi Feil

Musik als Erinnerung – Naomi Feil