19Jan/15

Der Pflegeblogger-Ratgeber: Seniorenbetten

SeniorenbettenMit schwindender Beweglichkeit stellt sich für viele Senioren die Frage nach geeigneten Hilfsmitteln für den häuslichen Alltag. Ein Aspekt fällt hierbei schnell ins Auge: das Seniorenbett.

In den meisten professionellen Pflegeeinrichtungen gehört ein spezielles Pflegebett zur Standardausrüstung, doch auch in der häuslichen Pflege kann es den Alltag sehr erleichtern. Dabei ist ein Seniorenbett nicht unbedingt gleichzusetzen mit einem oft sehr steril wirkenden Pflegebett, hat aber ähnliche Vorzüge.

Was ist ein Seniorenbett?
Diese speziellen Betten unterscheiden sich zu normalen Betten hauptsächlich durch besondere Funktionen und einen besonderen Komfort. Was genau zu einem richtigen Seniorenbett bzw. Pflegebett gehört ist durch verschiedene Normen vielfach geregelt. Um Ihnen die komplizierten Normen zu ersparen, wollen wir Ihnen kurz die wichtigsten Merkmale aufzeigen.

Die erste Besonderheit ist die Höhe des Bettes, die bei 40-50 cm liegt und damit wesentlich höher als bei einer normalen Ausführung. Dies erleichtert das morgendliche Aufstehen enorm und vermeidet unnötige Schmerzen. Man steht auf wie von einem Stuhl.
Auch die Liege- bzw. Sitzposition lässt sich bei einem Seniorenbett, dank eines speziellen Lattenrostes, per Fernbedienung verstellen und anpassen. So kann man sich beispielsweise aus einer geraden Liegefläche in eine angenehmere Sitzposition bringen lassen. Dadurch können auch Massagen oder bestimmte Pflegevorgänge einfacher durchgeführt werden. Bei Bedarf lässt sich zusätzlich ein Haltegriff installieren, der zusätzliche Unterstützung bietet.

Was ist bei der Anschaffung zu beachten?
SeniorenbettDa ein Seniorenbett ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens werden kann, sollte man bei der Anschaffung besonders auf Qualität und perfekten Komfort achten. Gute Seniorenbetten fördern die Gesundheit und sorgen für bestmögliche Erholung.

Leider können diese speziellen Betten sehr kostspielig sein. Damit der Kauf nicht zu einer finanziellen Belastung führt, sollte man die verschiedenen Fördermöglichkeiten kennen. So kann solch ein Bett auch vom Arzt für den Patienten verordnet werden, wenn es gesundheitlich begründet werden kann. Besteht schon eine Pflegestufe der Klassen I bis III, ist es auch möglich, das Bett direkt bei der Krankenkasse zu beantragen. In der Regel ist bei den Anschaffungskosten eine Selbstbeteiligung von 10 Prozent vorgesehen. In besonderen Ausnahmefällen ist auch eine komplette Kostenübernahme der Krankenkasse möglich.

Mittlerweile können Senioren- und Pflegebetten nicht mehr nur im stationären Handel erworben werden, sondern auch problemlos im Internet, beispielsweise bei www.dormando.de, bestellt werden. Auch gebrauchte Betten sind, ausgestattet mit einer neuen Matratze, eine günstigere Alternative.

9Jan/15

Neue Regelungen bei der häuslichen Pflege

pflege_1Wer Angehörige zu Hause pflegt, weiß um die Schwierigkeiten und die Herausforderungen, die diese Aufgabe mit sich bringt.

Die Organisation zum Beispiel von ärztlichen Gutachten und ambulantem Pflegedienst kostet Zeit und Kraft. Gerade in Kombination mit einer Berufstätigkeit treten daher oft Probleme auf.

Für die häusliche Betreuung von pflegebedürftigen Menschen gibt es seit Beginn dieses Jahres mit dem „Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf“ neue Regelungen. Das Gesetz sieht unter anderem eine bezahlte Auszeit vom Beruf für die familiäre Pflege sowie andere Maßnahmen zur Unterstützung von Angehörigen vor.

Neuerungen 2015
Ein großer Fortschritt in der Vereinbarkeit von häuslicher Pflege und Beruf ist die Lohnersatzleistung bei Kurzzeitpflege. Hierbei wird für einen Zeitraum von maximal zehn Tagen bis zu 90 Prozent des Nettolohns gezahlt. Dieser Lohnersatz ist bei der jeweiligen Pflegekasse beantragt werden.

Wer seine Angehörigen länger Pflege muss oder will kann hat ab jetzt außerdem das Recht auf eine Sechs monatige Auszeit vom Job, mit Jobgarantie aber ohne Lohnfortzahlung und nur bei Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern.

Pflege NeuerungenUm die Auszeit zu finanzieren, kann beispielsweise beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragt werden. Auch muss der Wiedereinstieg in den Beruf nicht sofort vollständig erfolgen. In der ersten Zeit kann die Wochenarbeitszeit auf 15 Stunden begrenzt werden. Allerdings darf die gesamte Dauer von Auszeit und Teilzeit nicht 24 Monate überschreiten.

Darüber hinaus können Pflegende auch steuerliche Vorteile von bis zu 924 Euro im Jahr geltend machen. Dieser jetzt schon bestehende Vorteil soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, indem Bonusleistungen des Arbeitgebers für die Pflege steuerfrei werden sollen.

Pflegeversicherungsbeiträge steigen
Finanziert wird das 100 Millionen Euro teure Programm durch höhere Pflegeversicherungsbeiträge. Der Beitragssatz steigt mit Jahresbeginn um 0,3 Prozent auf 2,35 Prozent vom Bruttogehalt, die sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Eine Ausnahme stellen kinderlose Steuerzahler dar, die 0,25 Prozent alleine tragen.

28Nov/14

Engagement für Auszubildende mit ausländischen Wurzeln zahlt sich aus

Vielfalt gelingtDie Wohngemeinschaft für Senioren (WGfS) ist Gewinner des Preises „Vielfalt gelingt“, den Arbeitgeberverbände, Landkreistag und Gewerkschaften in Baden-Württemberg am 20. November erstmals vergeben haben. Damit werden die Verdienste um die Ausbildung junger Migranten gewürdigt.

Die WGfS betreut in Filderstadt mit 200 Mitarbeitern aus 21 Herkunftsländern 134 Senioren stationär und 60 ambulant. Pro Jahr werden zehn bis 15 Altenpfleger und -pflegehelferinnen ausgebildet, von denen zwei Drittel einen Migrationshintergrund haben. Nach Geburtsland stellen Rumänen, Polen und Philippinos die größten Nationen, weil zum Beispiel viele türkische Mitarbeiter bereits in Deutschland geboren sind. Diese Betrachtung zeigt schon, wie differenziert das Thema zu sehen ist. Arbeitet etwa ein Ghanese oder eine Libanesin bei der WGfS, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieser Mitarbeiter weitere Interessenten aus seinem Kulturkreis bringt.

Integrationspreis WGfS
(Freuen sich über ihren Integrations-Preis: Birgit Schweizer (v.l.), Sabine Hertler, Rosemarie Amos-Ziegler und Klaus Ziegler. FOTO: Niedermüller)

Am Donnerstag (20.11.2014) würdigten das Integrationsministerium des Landes Baden-Württemberg und der Paritätische Wohlfahrtsverband diese Vielfalt im Kleinen Kursaal in Stuttgart-Bad Cannstatt. 31 Firmen, Sozialunternehmen und Kommunen hatten sich in fünf Kategorien beworben. Unter der Schirmherrschaft von Ministerin Bilkay Öney siegte die Porsche AG in der Kategorie großer Unternehmen, bei den sozialen Einrichtungen war dies die WGfS.

Bei dem Seniorenheim überzeugte die Jury das Bündel von Maßnahmen, das von Teamentwicklungsprozessen zur Integration bis zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement reicht. Interkulturelles Training, so Heimleiterin Rosemarie Amos-Ziegler bei der Preisverleihung, spielt eine große Rolle. So lernen zum Beispiel muslimische Mitarbeiterinnen, entgegen der Tradition in ihren Herkunftsländern, Männer pro-aktiv anzusprechen und Blickkontakt zu halten, wenn diese Patienten oder Angehörige sind. Das gebiete die Höflichkeit im hiesigen Kulturraum.

„Der Dienst am Menschen ist eine wundervolle Basis, interkulturell und interreligiös voneinander zu lernen,“ sagt Amos-Ziegler, die den privaten Betreiber 1987 gegründet hat. Im Team verbesserten neue Mitarbeiter schnell ihre Sprachfertigkeit. Und Wertschätzung erhalten und lernen die Azubis über Lobkärtchen und persönliche Mentoren, die speziell multikulturelle Themen im Blick haben.

6Nov/14

Qualität in der Pflege messen und erkennen: Noten-System des Medizinischen Dienstes für irreführend erklärt

Pflege TÜV

Hinter vorgehaltener Hand waren sich die Betreiber von Pflegeheimen seit Jahren einig: Das Noten-System des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) sagt nichts über die Qualität einer Einrichtung aus. Doch weil dies nur Insider wussten und die meisten Häuser Bestnoten erzielten – der bundesweite Durchschnitt liegt bei 1,3 - , hatte niemand ein Interesse, seinen Einser zu hinterfragen.

Nun hat aber Karl-Josef Laumann (CDU), Pflege-/ Patientenbeauftragter der Bundesregierung, anlässlich einer Diakonie-Tagung in Bochum den sogenannten Pflege-Tüv für gescheitert und die Noten für irreführend erklärt. Der Grund: Pflege-Fehler oder eine mangelnde Betreuung könnten durch gute Dokumentation oder weiche Kriterien ausgeglichen werden. Denn jede Pflegeeinrichtung wird seit 2009 einmal im Jahr vom MDK auf aktuell 77 Punkte hin geprüft. Am Ende gibt es eine Note, die die Qualität der Einrichtung widerspiegeln soll. Die Skala reicht von eins bis fünf.

Viele Berichte wurden über den Pflege TÜV schon gesendet, zum Beispiel auch von Marktcheck im SWR. Einleitung:

"Eine Frau stirbt in einem Seniorenheim. Ihr Freund behauptet, sie hätte bei besserer Versorgung länger leben können. Angehörige eines anderen Bewohners erheben ähnliche Vorwürfe. Doch im Qualitätsbericht des sogenannten Pflege-TÜV schneidet das Heim bestens ab. Wie aussagekräftig ist diese Benotung? Und was können Angehörige tun?"

Und nun?

Damit stellt sich die Frage, woran potentielle Kunden künftig festmachen können, ob eine Einrichtung qualifiziert ist. Die Branche und die Politik treibt das Thema seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 um. Damals definierte der Bundestag erstmals Kriterien zur Qualitätssicherung in der Altenpflege. Denn ab nun floss über die sozialversicherungspflichtige Umlage quasi öffentliches Geld in das Pflegesystem, über dessen Verwendung die Heimanbieter öffentlich Rechenschaft ablegen mussten. Die Heimaufsicht der kommunalen Sozialämter prüft einmal jährlich, ob die gesetzlich vorgeschriebenen baurechtlichen, pflegerischen und sozialen Standards eingehalten sind. Zunehmend entstand ein Markt und durch den demographischen Wandel wuchs die Nachfrage, so dass immer neue Anbieter hinzukamen, deren Zulassung und Befähigung geprüft werden muss.

Parallel zur Einführung der Pflegeversicherung reflektierten kirchliche und andere Träger seit 1995, wie sie ihre sozialen und ethischen Qualitätsstandards mess- und vergleichbar machen, um sich im Markt zu differenzieren und ihre Leistung sichtbar zu machen. So entstanden parallel auf verschiedenen Ebenen diverse Siegel und Zertifikate, mit denen Träger wie Diakonie, Caritas, AWO, DRK, kommunale oder private Träger für sich warben. Wegen deren Vielfalt fehlen letztlich aber jedem Label bis heute am Markt Bekanntheit, Vergleichbarkeit und inhaltliche Aussagekraft. Auch die Orientierung an der DIN ISO 9001, die im industriellen Umfeld Qualität dokumentiert, griff für die Pflege zu kurz, weil es hier nicht nur um reproduzierbare Prozesse geht, sondern um pflegebedürftige Menschen mit individuellen Einschränkungen und Bedürfnissen.

IQD-Vorläufer war der Pionier

Aus der evangelischen Paul-Lempp-Stiftung und der kommunalen Kleeblatt Consult in Stuttgart heraus entwickelten führende Köpfe 1996 als Erste ein Qualitätssiegel, das rund 220 Kriterien aus den Bereichen Gebäude, Organisation, Pflege, soziale Betreuung und Hauswirtschaft umfasste. Um dieses in der Breite zu bewerben und unabhängig agieren zu können, gründeten die Partner ein Jahr später das IQD, Institut für Qualitätskennzeichnung von sozialen Dienstleistungen, als eigenständiges Unternehmen.

Aktuell gibt es bundesweit rund 12.000 ambulante Dienste und 11.600 Pflegeheime, von denen rund 2500 zertifiziert sind. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Berlin listet aktuell auf seiner Homepage 20 Anbieter von Siegeln und Zertifikaten auf. Wirklich relevant, insbesondere wenn es um echte Zertifizierungen geht, sind dabei nur TÜV (980), AWO (345), IQD (306) und Diakonie (224). Mit 1400 Testaten ist der Grüne Haken, den die BIVA, die einzige bundesweite Interessenvertretung von Heimbewohnern vergibt, zwar der populärste, erreicht in der Tiefe aber nicht die Qualität eines Zertifikats.

Ohnehin sind die Siegel und Zertifikate untereinander nur schwer vergleichbar. Wo einige hochdifferenziert in die Tiefe der Prozesse gehen, sind andere oberflächlich, ohne Aussagekraft oder schlicht kaufbar. Das ZQP, das der Verband privater Krankenversicherer 2009 gegründet hat, veröffentlicht voraussichtlich im Januar 2015 eine Datenbank mit allen Anbietern. Diese soll eine formale Übersicht bieten, wer was anbietet, welche Inhalte analysiert werden und wer prüft.

Fünf Bereiche werden bewertet

So gewichten auch alle Anbieter die fünf Bereiche Gebäude, Organisation, Pflege, soziale Betreuung und Hauswirtschaft unterschiedlich. Dass das IQD aber bspw. rund 60 Prozent über die gesetzlichen Vorgaben in seiner Zertifizierung hinaus geht, verdeutlicht die Komplexität der Thematik. Nur so ist es auch zu erklären, dass Häuser, die bei den 2011 eingeführten jährlichen Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) teils Bestnoten erhalten, bei manchen Zertifizierern auf dieser Basis durchfallen.

Preis nicht ausschlaggebend

Interessierte Pflegefachkräfte, meist mit Potential zur Führungskraft, wissen schon heute um die Aussagekraft vieler Zertifikate. Nicht umsonst werben immer mehr Arbeitgeber in ihren Stellenausschreibungen mit ihrem Testat, das meist nach zwei bis drei Jahren erneuert werden muss und das je nach Größe des Hauses meist zwischen 2000 und 5000 Euro kostet. In der Regel ist nicht dieser Preis ausschlaggebend, für welches Verfahren sich ein Träger entscheidet. Viel wichtiger ist der personelle Aufwand, den ein Haus treiben muss, um reif für die Zertifizierung zu sein oder auch die täglich zu erbringenden Vorgaben, die für die Re-Zertifizierung erforderlich sind. Andererseits gewinnen die Labels im Wettbewerb um Kunden an Bedeutung, zumal zunehmend Häuser in ihre Kommunikation investieren, die bei manchen Zertifizierungen Teil des Kriterienkatalogs ist.

Mehr oder weniger umfänglich sind die Parameter, auf die die Zertifizierer achten. Mit in Summe rund 440 Kriterien liegt das IQD hier an der Spitze. Denn bereits an Fragestellung und Blickwinkel kann man erkennen, worauf der Fokus der jeweiligen Prüfer liegt. Wer etwa eine Türrahmenbreite misst, hat noch nicht erfasst, ob ein Rollstuhlfahrer hier ohne fremde Hilfe passieren kann. Oder wer abfragt, ob Haustiere zugelassen sind, weiß damit noch nicht, ob neben dem Aquarium im Gemeinschaftsraum auch der Hamster des Bewohners auf seinem Zimmer zulässig ist. Und ob auch die Versorgung dieses Nagers gesichert ist.

Gemeinsam ist allen Zertifizierungsverfahren, unabhängig davon wie sie die einzelnen Bereiche gewichten, dass sie fünf Felder beleuchten: Gebäude, Organisation, Pflege, soziale Betreuung und Hauswirtschaft.

Erster Bereich: Das Gebäude
Hier geht es vor allem um baurechtliche Vorgaben wie Höhen, Längen und Breiten, die im Gesetzbuch ohnehin geregelt sind. Einige Zertifizierer, die vor allem den Bewohner im Blick haben, achten hier auch darauf, dass etwa das Pflegebad nicht nur funktional ist, sondern ansprechend gestaltet ist bis hin zu den Fliesen. Oder dass es einen Außenbereich gibt, der nicht nur behindertengerecht ist, sondern überdachte Flächen hat, die Schatten spenden und vor Regen schützen.

Zweiter Bereich: Die Organisation
Hier geht es nicht nur um die Bestandteile des Heimvertrags und das Rechnungswesen: Steht auf der Rechnung bspw. ein Ansprechpartner mit Durchwahlnummer und Erreichbarkeit? Ernsthafte Zertifizierer fragen nach dem System der Einarbeitung neuer Mitarbeiter, nach separaten Checklisten für Fach- und Hilfskräfte in der Pflege oder Küchen- und Reinigungskräfte in der Hauswirtschaft. Wird dabei auf die Bewohnerorientierung geachtet? Wie wird die Einarbeitung dokumentiert? Wird diese Phase reflektiert? Gibt es ein Beschwerdemanagement? Gibt es überhaupt ein Qualitätsmanagement, was beinhaltet dieses und von welchen Prinzipien ist es getragen? Manche Anbieter durchleuchten auch die Öffentlichkeitsarbeit vom Aufbau der Internetseite bis zum Kommunikationskonzept und achten dabei etwa auf Transparenz. Erfasst werden auch ökologische Aspekte wie Verbrauch an Strom, Heizung und Wasser und was mit diesen Daten passiert, Stichwort Controlling. Dazu gehören Aspekte wie Wirtschaftlichkeit bzgl. Budgets, Personalschlüssel, Arbeitssicherheit und Gesundheitsprävention. Findet z.B. die betriebsärztliche Untersuchung jährlich statt, wird zum Infektionsschutz geschult, lassen sich die Mitarbeiter regelmäßig impfen? Werden Gefährdungen beurteilt (Medizinprodukte-Betreiberverordnung, Gefahrstoffmanagement, Hygiene-, Brandschutzverordnung etc.)? Gibt es ergonomische Hilfsmittel, z.B. Lifter, und werden diese regelmäßig gewartet? Gibt es einen Notfall- und Alarmierungsplan?

Dritter Bereich: Die Pflege
Hier interessieren die Prüfer die konzeptionellen Grundlagen sowie räumliche, sächliche und personelle Ausstattung. Im Detail geht es darum, wie Informationen fließen; ob und wie Schüler in der Praxis angeleitet werden; Qualifikationen und die Fachkräftequote (mind. 50 %) werden erfasst und das Pflegedokumentationssystem hinterfragen die Zertifizierer. Dies umfasst Aspekte wie Pflegeplanung, Ernährung, Dekubitus-Prophylaxe, Sturzprävention, Wundmanagement, Kontinenzsituation, freiheitseinschränkende Maßnahmen (z.B. rechtliche Grundlage dafür vorhanden oder Alternativen wie Niederflurbetten oder Sensoren geprüft), Schmerzmanagement, Behandlungspflege (medizinische Versorgung), Demenzbetreuung (Konzept? Fortbildung der Mitarbeiter?), Besprechungswesen (Protokolle, die dann auch alle lesen), Dienstpläne (stimmen immer Betreuungsschlüssel und Fachkräftequote?), Medikamentenmanagement (Ausgabe, Lagerung, Kühlung, Sicherung, Dokumentation, Bestandsabgleich bei Betäubungsmitteln).

Vierter Bereich: Die soziale Betreuung
Hier wollen die Prüfer wissen, ob es ein Konzept für die Tagesgestaltung gibt, wie dieses aussieht, wie viel Personal dafür zur Verfügung steht und ob dieses qualifiziert ist. Zertifizierer, die in die Tiefe gehen, fragen nach einer Checkliste zum Einzug neuer Bewohner, ob diese in der Eingewöhnungsphase unterstützt werden und ob diese Phase nach ca. zwei Monaten ausgewertet wird. Auch fragen sie nach einem Konzept für die Abschiedskultur oder Sterbebegleitung, ob es Kooperationen mit Hospizdienst oder Seelsorgern gibt oder Rituale für die Mitbewohner zur Verabschiedung, z.B. Trauerbuch oder Andacht. In solchen Bereichen lassen die Handbücher viel Raum für Kreativität und bieten Zertifizierern auf Grund ihrer breiten Einsicht in Häuser viele Anregungen. Das gilt auch für Gruppenangebote, Hausveranstaltungen oder Ausflüge. Prüfer wollen wissen, ob es Angebote am Wochenende oder für Bettlägrige gibt, aktuelle Tageszeitungen oder Kooperation mit Ehrenamtlichen und wie diese gewonnen, geschult, begleitet, gefördert und eingesetzt werden. Auch den Aspekt, ob Migranten spezifisch gewürdigt werden, fragen Zertifizierer zunehmend ab. In diesen Themenbereich gehören auch die Ansprechbarkeit für Angehörige; Kooperationen mit Schulen, Vereinen oder Kirchen; und die Stellung des Heimbeirats.

Fünfter Bereich: Die Hauswirtschaft
Auch hier steigen Prüfer am liebsten über ein Konzept und dessen Qualität in die Zertifizierung ein. Zentral sind hier die Mahlzeiten, wann, wo und wie diese eingenommen werden; ob es Zwischenmahlzeiten gibt (auch nachts); Wahlessen; der Speiseplan vom Rollstuhlfahrer lesbar ist; Wünsche berücksichtigt werden; welche Getränke zuzahlungsfrei wann und wo verfügbar sind etc. Quasi als Gegenprobe fragen manche Zertifizierer gerade in diesem Bereich auch die Bewohner, wie zufrieden sie sind oder was sie kritisieren. Dazu zählen die Gestaltung des Speisebereichs, Geschirr, Tischdecken, Servietten, Erscheinungsbild des Personals etc. Die Hausreinigung spielt auch eine Rolle, wann wo was wie oft geputzt wird; ob Angehörige in den Reinigungsplan Einsicht nehmen dürfen und ob Belange der Bewohner beim Reinigen berücksichtigt werden (Flexibilität). Das gilt auch für die Wäscheversorgung, ob etwa eigene Bettwäsche zulässig ist; ob die Wäsche binnen 14 Tagen aus der Reinigung zurück ist und kleine Ausbesserungen erledigt werden. Dasselbe gilt für die Haustechnik, z.B. Verfügbarkeit von Hausmeister oder Handwerker bei Störfällen von Sanitär, Heizung, Aufzug etc. Gibt es Notfallpläne, Telefonlisten, Notstromaggregat und wird dieses regelmäßig gewartet?

ISO DIN 9001 greift zu kurz
Während die DIN ISO 9001 eine Norm ist, auf die sich Hersteller verständigt haben, um untereinander dieselbe „Sprache“ zu sprechen, liegt die Wurzel der Pflegezertifizierung im Pflegegesetz. ISO hat also den Blick lückenlos auf den Prozessen, während in der Pflege nur die gesetzlichen Vorgaben, z.B. Baurecht, und weitere als relevant erachtete Prozesse betrachtet werden. Letztere gewichtet jeder Zertifizierer anders, z.B. eher aus Sicht des Betreibers (Effizienz), der Bewohner (Lebensqualität) oder der Mitarbeiter (Arbeitsplatzzufriedenheit). Ein weiterer Unterschied zwischen ISO und Pflege: Die Norm dokumentiert nur die Prozesse, während bei der Pflege die Qualität des Ergebnisses im Mittelpunkt steht. Deshalb ist die Befragung von Mitarbeitern und Bewohnern wichtig, wenngleich dies stets subjektive und situative Aussagen sind, z.B. ob das Essen schmeckt oder der Mitarbeiter freundlich ist.

Sinn der Zertifizierung in der Pflege ist letztlich die Reflexion des eigenen Handelns: Ist an alles gedacht? Worin kann ich besser werden? Unter diesen Prämissen werden alle Bereiche durchleuchtet und vom externen Zertifizierer wird gespiegelt, wo Verbesserungspotentiale liegen. So werden häufig Reibungsverluste zwischen Hauswirtschaft und Pflege; Küche und Reinigung oder Pflege und sozialer Betreuung sichtbar. Damit dient die Zertifizierung dazu, Störungen zu beseitigen und durch die Re-Zertifizierung immer frühzeitiger pro-aktiv Störpotentiale zu eliminieren. Wird sie diesem Anspruch gerecht, ist sie deutlich mehr als kostendeckend.

Eine Übersicht zu Siegeln und Zertifikaten in der Langzeitpflege gibt es hier als PDF:

4Nov/14

Die richtige Pflegeversicherung finden – aber wie?

Pflegeversicherung (2)Gesetzliche Pflegeversicherung mit Potenzial für hohe Kosten
„Eine Pflegeversicherung abschließen? Ich dachte, das Thema wäre mit der gesetzlichen Pflegeversicherung erledigt...“ So oder so ähnlich werden viele Menschen, die irgendwann auf ihre – zumeist gesetzliche – Pflegeversicherung angewiesen sind, und deren Angehörige überrascht. Denn anders als bei Krankenversicherungen, auf deren Leistungen viele Menschen gleich mehrmals im Jahr angewiesen sind, tritt die gesetzliche Pflegeversicherung als Teil der deutschen Sozialversicherung vor allem meist dann ein, wenn fast gar nichts mehr geht.

Genau zu diesem Zeitpunkt werden viele Menschen auch von den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung geradezu überrumpelt. Wie sich gezeigt hat, ist die gesetzliche Pflegeversicherung ihren Leistungsumfang betreffend so etwas wie der Hartz-IV-Satz unter den Vorstandsgehältern und reicht oftmals gerade mal für das aus, was man beschönigend noch als Grundsicherung bezeichnen kann, wie auch Wikipedia in diesem Artikel deutlich macht. Jetzt trifft es zumeist zunächst die eigenen Ersparnisse, später auch das Vermögen der Angehörigen – wer gesetzliche pflegeversichert ist und tatsächlich ein Pflegefall wird, kann ernsthafte Probleme bekommen.

Bestens abgesichert: Gezielt Pflegeversicherung vergleichen
Damit es soweit gar nicht erst kommt, sollte man neben der gesetzlichen Pflegeversicherung auch über den Abschluss einer zusätzlichen, privaten Police nachdenken. Hierbei hat es sich bewährt, nicht einfach dem erstbesten Angebot zu vertrauen, sondern den Markt gründlich zu scannen und dazu einen Vergleich für Pflegeversicherungen zu nutzen.

PflegeversicherungDabei reichen zumeist schon grundlegende Angaben wie das Geschlecht, das Geburtsdatum, die Berufsgruppe und das gewünschte Pflegetagegeld. Während die ersten drei Angaben noch relativ selbsterklärend sind, gilt es insbesondere beim Pflegetagegeld genauer hinzusehen: Hierbei handelt es sich um die Höhe der finanziellen Leistungen, die bei dem Eintritt der Pflegebedürftigkeit (zum Beispiel Pflegestufe III) täglich von der Versicherung gezahlt werden. Wichtig sind hier insbesondere zwei Punkte:

  • Verträge, die einen Betrag von gleich oder mehr als zwanzig Euro pro Tag als Pflegetagegeld vorsehen, werden staatlich gefördert.
  • Bei Pflegetagegeld sollten Versicherte nicht an falscher Stelle knauserig werden: Zwar mögen etwa 20 Euro pro Tag viel erscheinen, sind jedoch in Anbetracht der im Falle einer dauerhaften Schwerbehinderung anfallenden und durch Pflegekräfte zu verrichtenden Leistungen, kaum mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.

Übrigens können potenziell an einer privaten, zusätzlichen Pflegeversicherung Interessierte nicht nur auf die herkömmlichen Möglichkeiten der Angebotseinholung, also entweder auf eigene Faust oder über einen entsprechenden Versicherungsmakler, setzen. Auch ein Blick auf Online-Pflegeversicherungsvergleiche wie dieser hier lohnt sich: Dieser zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er nicht nur Angebote von örtlichen oder großen und bekannten Versicherern miteinander vergleicht, sondern auch völlig neue, kleinere Versicherer und deren Angebote heranzieht, um entsprechend die günstigste Pflegeversicherung zu den gewünschten Leistungen zu finden.

30Oct/14

Demenzbetreuung: Vom Zugabteil ins Nachtcafé

Immer mehr Pflegeheime stellen sich auf die wachsende Gruppe von Alzheimer-Patienten ein. Dabei schlagen sich zunehmend auch wissenschaftliche Erkenntnisse in den baulichen und therapeutischen Maßnahmen der Pflegeheimbetreiber nieder.

Aktuell leiden 1,2 Millionen Menschen in Deutschland an Alzheimer. Tendenz stark steigend. Wer sie betreut, sollte ihre „kognitiven Reserven“ stimulieren. Demente Menschen finden ihr Zimmer leichter, wenn es nicht durch Zahlen oder Namen markiert ist, sondern mit Fotos, die sie als 40-Jährige zeigen. Denn im Langzeitgedächtnis ist dieses Wissen am ehesten noch abrufbar. So bewahrt sich der Betroffene ein Stück Autonomie. Auch Nachtcafés, in denen nachtaktive Senioren willkommen sind, verbessern die Lebensqualität.

Kreisförmig angelegte Wohngruppen
Es sind Beispiele wie diese, die Jörg Schulz in die Pflegedebatte einbringt. Der 50-jährige Mediziner, seit 2009 Direktor der Neurologischen Uniklink in Aachen, ist wissenschaftlicher Beirat der Alzheimer Forschung Initiative. So entsprechen etwa kreisförmig angelegte Wohngruppen dem Bewegungsdrang und dem fehlenden Orientierungssinn dementer Patienten satt sternförmig erschlossener Wohntrakte.

Siegfried WolffÜberhaupt wirken körperliche und geistige Bewegung präventiv, so Schulz, und verzögernd auf den Krankheitsverlauf. „Es ist erwiesen, dass soziale Kontakte und der rege Austausch mit Mitmenschen das Gehirn anregen,“ bestätigt Siegfried Wolff, Geschäftsführer des Instituts für Qualitätskennzeichnung sozialer Dienstleistungen (IQD), das bei seinen Zertifizierungen gleichermaßen den Fokus auf die Lebensqualität der Bewohner legt.

Fokus auf Lebensqualität der Bewohner
Wer sich demnach vereinsamt vor dem Fernseher von einem seichten Programm berieseln lässt, hat ein erhöhtes Demenzrisiko. Weil dies auch die Pflegeheimbetreiber wissen, beschreiten immer mehr von ihnen in der Therapie Neuland und ziehen auch baulich nach. Da werden wie im Senioren-Wohnpark Cottbus ein großer Stall im Wintergarten für zehn Hasen angelegt.

Oder im Großharthauer Seniorenhäus'l in der Vorhalle zum Eingangsbereich ein Gehege für acht Weißbüscheläffchen errichtet, die durch einen Laufgang auch Zugang zu einem Außenbereich haben. Und während die Bewohner im Haus das Treiben der Affen durch eine große Glasscheibe beobachten, können sie die Tiere im Außenbereich auch anfassen und streicheln.

Ortungssystem verschafft Freiheit
Um seinen Bewohnern größtmögliche Bewegungsfreiheit zu lassen, hat die Wohngemeinschaft für Senioren, ein Altenpflegeheim für 130 Bewohner in Filderstadt, schon früh auf ein Ortungssystem gesetzt. Überschreitet ein Demenzkranker seinen programmierten Aktionsradius, wird per SMS eine Ortungsfunktion ausgelöst, um den Betroffenen rasch wieder zu finden. Ähnlich funktionieren Anlagen, die Aufzüge oder Türen verriegeln, sobald sie ein desorientierter Bewohner benutzen möchte.

Die Ludwigsburger Karlshöhe hat im März einen Raum als Zugabteil eingerichtet. In original Erste-Klasse-Sitzen zieht am virtuellen Fenster eine Landschaft vorbei, die digital eingespielt werden kann. Patienten mit fortgeschrittener Demenz können sich hier an weit zurückliegende Reiseerfahrungen erinnern.

Psychologie spielt große Rolle
In Bietigheim-Bissingen experimentiert man mit robotergesteuerten Plüschtieren, die selbst Emotionen zeigen und bei den Bewohnern Gefühlsregungen auslösen. Im Leonberger Samariterstift hält man im Außenbereich zwei Schafe hinter einem hüfthohen Lattenzaun. Die Idee: Die Bewohner fühlen sich nicht eingesperrt, sondern erleben den Zaun als Eingrenzung für die Paarhufer.
In Ostfildern wiederum probiert man betreute Wohnformen aus, in denen sich Ehrenamtliche und Profis die Arbeit rund um die Uhr teilen. Die Familien sprechen mit, bringen sich bis zu 20 Stunden im Monat ein, was die Kosten reduziert, und binden die Bewohner in den hauswirtschaftlichen Alltag ein.

Oft an Grenze zum Veräppeln
Auf Individualität setzt auch das Altenzentrum St. Elisabeth: Eine Bewohnerin, die immer bügeln wollte, was aus brandschutzrechtlichen Gründen nicht geht, bekam ein präpariertes Bügeleisen, das nur handwarm wird. Ein kaltes hatte sie abgelehnt, was belegt, wie sensibel das Umfeld mit Betroffenen umgehen muss, damit sie sich nicht veräppelt fühlen.

Acht- bis Zehntklässler besuchen in Winnenden regelmäßig Senioren im „Haus im Schelmenholz“ , um mit ihnen zu malen und ihnen notfalls den Pinsel zu führen. Die Idee: Wer sich verbal nicht mehr artikulieren kann, drückt seine Gefühle anderweitig aus. Im Seniorenzentrum „Am Rosengarten“ in Bondorf setzt man auch auf Maltherapie.

Clown statt Psychopharmaka
In der Wohngemeinschaft für Senioren in Filderstadt löst eine Demenzclownin bei den Bewohnern regelmäßig Gefühle und Reaktionen aus. Das sei humaner als Psychopharmaka, baue Stress bei den Bewohnern ab und beuge deren Aggressionen vor. „Hinterher ist die Atmosphäre immer friedlich und entspannt,“ sagt Heimleiterin Rosemarie Amos-Ziegler.
Andere Häuser setzen etwa auf Therapiehunde, die immer wieder Bewohner nach Jahren sogar zum Sprechen bringen.

Demenz Clown
(Clown Piepsi mit einem dementen Senior in der Wohngemeinschaft für Senioren in Filderstadt )

29Oct/14

Pflegealphabet: S wie Schlaganfall

Jedes Jahr erleiden rund 250.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall und werden im schlimmsten Fall pflegebedürftig. Damit ist der Schlaganfall in den Industrienationen die dritthäufigste Todesursache.

Was ist ein Schlaganfall?
Was ist ein SchlaganfallAls Schlaganfall bezeichnet man eine mehr als 24 Stunden anhaltende Störung der Hirnfunktion und deren Folgen. Hervorgerufen wird dies durch eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen in Form von Glukose führt und somit zum Absterben von Gehirngewebe führt.

Das betroffene Gehirnareal kann seine Aufgaben durch die Unterversorgung nicht mehr erfüllen. Je nachdem wie lange die Unterversorgung anhält kann die Beeinträchtigung dauerhaft anhalten, da die Hirnzellen in diesem Bereich absterben.

Ein Schlaganfall kann als Hirninfarkt (ischämischer Infarkt) aufgrund eines Gefäßverschlusses, z.B. durch ein Blutgerinnsel, vorliegen. Oder als Hirnblutung (intrazerebrale Blutung, hämorrhagischer Infarkt), z.B. durch den Riss eines arteriellen Blutgefäßes im Gehirn.

Etwa 80 % aller Schlaganfälle sind auf eine Mangeldurchblutung zurückzuführen.

Auswirkungen eines Schlaganfalls
Was ist ein Schlaganfall-AuswirkungenAbhängig von der Schwere der Schädigung können mögliche Folgen des Schlaganfalls Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen bis hin zur völligen Invalidität sein.

Im besten Fall sind die Störungen nicht von Dauer und die verloren gegangenen Fähigkeiten kehren nach einiger Zeit wieder zurück.

Schlaganfall-Symptome
Mögliche Symptome für einen Schlaganfall treten typischerweise plötzlich auf und sind je nach betroffenem Hirnbereich unterschiedlich:

  • Plötzliche einseitige Lähmungserscheinungen oder starke Kraftminderung im Arm und/oder Bein
  • Lähmung einer Gesichtshälfte, herabhängender Mundwinkel
  • Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder im Gesicht
  • Sehstörungen: verschwommenes oder doppeltes Sehen, vorübergehende Erblindung
  • Sprechstörung: undeutliches Sprechen, lange Sprechpausen, Verlust des Sprachvermögens
  • Schwindel und/oder Gleichgewichtsstörungen
  • Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Plötzlich auftretende, kaum zu ertragende Kopfschmerzen

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, sollte in jedem Fall der Notarzt alarmiert werden, auch wenn sich der Verdacht im Nachhinein als falsch herausstellt. Eine schnelle medizinische Versorgung ist im Fall eines Schlaganfalls die beste Möglichkeit, um eventuelle Folgeerscheinungen so gering wie möglich zu halten.

Behandlung eines Schlaganfalls
SchlaganfalltherapieHat die ärztliche Diagnose ergeben, dass es sich um einen Schlaganfall handelt, wird bei der Behandlung zwischen Hirninfarkt und Hirnblutung unterschieden.

Bei einem Hirninfarkt wird versucht, das Blutgerinnsel mithilfe eines Medikaments aufzulösen. Diese Therapie sollte so schnell wie möglich durchgeführt werden. im Idealfall innerhalb der ersten 4 Stunden nach Beginn der Symptome. Je mehr Zeit verstreicht, desto höher ist die Gefahr, dass irreversible Schäden im Gehirn entstehen.

Bei einer Hirnblutung wird versucht, die Blutung operativ zu stillen.

Nach dem Krankenhausaufenthalt schließen sich Anschlussbehandlungen wie Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie an, um eventuelle Schädigungen auszugleichen.

Dem Schlaganfall vorbeugen
Besonders Schlaganfall gefährdet sind sogenannte Risikopatienten. Hierzu zählen vor allem Menschen mit Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Herzrhythmusstörungen. Hier ist eine optimale Behandlung der vorhandenen Erkrankungen eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme.

Generell wird empfohlen sich gesund zu ernähren, ausreichend zu bewegen und bei Übergewicht abzunehmen. Auch Nikotin und der übermäßige Verzehr von Alkohol gehören zu den Risikofaktoren einen Schlaganfall zu bekommen.

17Sep/14

IT-Innovationspreis für Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen 2014 – Jetzt bewerben

IT-Innovationspreis 2014Technikfreunde, Tüftler, Ideenfinder und kreative Köpfe aufgepasst: Auch in diesem Jahr wird wieder der IT-Innovationspreis für Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen vergeben. Wer Interesse hat, kann sich noch bis zum 31.12.2014 bewerben und seinen Vorschlag oder seine Idee einreichen.

Der IT-Innovationspreis für Bildungseinrichtungen im Gesundheitswesen wird vom Deutschen Pflegerat bereits zum zweiten Mal vergeben. Der erste Preis in Höhe von 10.000 Euro wird von der easySoft. GmbH gestiftet.

Gesucht werden Projekte, die die Möglichkeiten und Chancen aktueller Informationstechnologien in der Bildung und Pflege ausloten. Das können beispielsweise Lernplattformen oder virtuelle Klassenzimmer für Auszubildende in der Pflege sein. Oder Technologien, die über Schnittstellen zu Smart Phones oder Tablet-PCs der Generation Y eine zeitgerechte Form der Informationsbeschaffung bieten. Der Kreativität und dem Erfindergeist der Bewerber sind thematisch keine Grenzen gesetzt.

Bewerben können sich alle interessierten Bildungseinrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen noch bis zum 31.12.2014.

Eine hochkarätig besetzte Fachjury wählt den Preisträger aus. Im März 2015 wird der Preis auf dem 2. Deutschen Pflegetag in Berlin verliehen werden.
Die Bewerbungsunterlagen und weitere Infos zum IT-Innovationspreis gibt es unter: www.easysoft.info/innovationspreis.

Andreas Nau, Geschäftsführer der IT-Bildungsschmiede Easysoft, sagt dazu: „Die Pflege nutzt heute moderne IT-Techniken genau wie andere Branchen. Auch im Bildungsbereich des Gesundheitswesens kommen dabei immer stärker moderne Kommunikationsformen zum Einsatz und sorgen für neue Lernformen“. Darunter sind viele pfiffige Ideen, die Beispielcharakter haben und Impulse für andere Einrichtungen geben können, sind Nau und Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), überzeugt. Ideen, die bekannter gemacht werden sollten, damit auch andere Einrichtungen davon profitieren können. Bereits zum zweiten Mal lobt der DPR deshalb den IT-Innovationspreis für Bildungseinrichtungen in Kooperation mit der Firma aus dem schwäbischen St. Johann aus, die auch den ersten Preis in Höhe von 10.000 Euro stiftet.

23Jul/14

Pflegestufe beantragen – Wie geht das?

Wer seinen Alltag nicht mehr ohne fremde Unterstützung meistern kann, hat die Möglichkeit eine Pflegestufe zu beantragen, um Unterstützung durch die Pflegeversicherung zu bekommen. Dabei ist oft unklar, wie welche Pflegestufe vergeben wird und wie die Antragsstellung überhaupt funktioniert.

Pflegestufe beantragenPlötzlich ist der Alltag eingeschränkt. Einkaufen, putzen, waschen und kochen fallen schwer. Auch das Duschen und Anziehen ist alleine nur schwer zu bewältigen. Wer dies bei sich selbst oder nahen Angehörigen beobachtet, sollte über die Beantragung einer Pflegestufe nachdenken. Denn ist man pflegebedürftig geworden, hat man Anspruch auf die Leistungen der Pflegeversicherung. Diese umfassen z.B. die Unterstützung durch Pflegegeld oder eine professionelle Pflegekraft. Die Höhe der Unterstützung hängt von der Pflegestufe ab. Um überhaupt eine Pflegestufe zu bekommen, muss ein Antrag bei der gesetzlichen Pflegekasse gestellt werden. Privat Versicherte wenden sich an ihre private Krankenversicherung.

Gut zu wissen: Die Antragsstellung kann auch von Angehörigen oder Bevollmächtigen vorgenommen werden und muss nicht direkt durch den Pflegebedürftigen erfolgen.

Antrag stellen
Es reicht vorerst eine schriftliche, formlose Anforderung des Antragsformulars. Setzen Sie einfach ein schreiben mit den Worten: „Hiermit beantrage ich Leistungen aus der Pflegeversicherung. Bitte senden Sie mir einen Antrag für Leistungen aus der Pflegekasse.“ auf.

Das entsprechende Formular müssen Sie ausgefüllt an die Versicherung zurückschicken.

Pflegetagebuch führen
Bitten Sie den Menschen, der Ihnen bisher unterstützend zur Hand geht, ein zweiwöchiges Pflegetagebuch zu führen.

Das Pflegetagebuch dokumentiert, wann und in welchem Umfang Sie im Alltag Unterstützung benötigen und hilft dabei, die Pflegestufe festzulegen.

Besuch durch einen Gutachter
Sind Ihre Unterlagen bei der Pflegekasse eingegangen, wird ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) einen Termin mit Ihnen vereinbaren. Sie sollten einen Angehörigen bitten, bei diesem Termin dabei zu sein und Ihr Pflegetagebuch bereithalten.

Bei diesem Termin macht sich der Gutachter ein Bild davon, wann und wo Sie Hilfe benötigen. Das Pflegetagebuch hilft bei der Einschätzung Ihrer Pflegebedürftigkeit. Viele Pflegebedürftige sind bei diesen Terminen sehr zurückhaltend und geben ihre Pflegebedürftigkeit nicht im vollen Umfang preis, vor allem aus Scham. Bitte seien Sie ehrlich und sprechen offen über alle Einschränkungen im Alltag. Hier sollte Ihnen nichts peinlich sein, damit Sie die Chance haben, die bestmögliche Unterstützung zu bekommen.

Das Gutachten bildet die Grundlage für Ihre Pflegestufe.

Bescheid
Nach etwa fünf Wochen meldet sich die Pflegekasse bei Ihnen und teilt Ihnen das Ergebnis mit. Wer mit diesem nicht einverstanden ist, kann innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Ihren Wiederspruch sollten Sie begründen. Möglicherweise sollten Sie sich rechtliche Unterstützung bei einem Anwalt holen. Auch Verbände wie die Arbeiterwohlfahrt, Caritas oder Diakonie helfen ebenfalls.

Wer bekommt welche Pflegestufe?
Pflegestufe erhaltenGrundsätzlich gibt es drei Pflegestufen – 1, 2 und 3. Je nach Pflegestufe unterscheidet sich die Höhe der zugesprochenen Leistungen. Wer keiner dieser drei Stufen zugeordnet wird, aber dennoch in der Grundpflege (z.B. bei der der Körperpflege oder Aufstehen und Anziehen) hilfebedürftig ist, hat seit 2008 Anspruch auf einen Betreuungsbetrag in Höhe von 100 oder 200 Euro. In diesem Fall spricht man von der Pflegestufe Null. Zusätzlichen haben Sie in jeder Stufe die Möglichkeit kostenfrei Pflegehilfsmittel zur Unterstützung zu beantragen.

Pflegestufe 1:
In Pflegestufe 1 spricht man von erheblicher Pflegebedürftigkeit. Erheblich pflegebedürftig ist, wer mindestens einmal pro Tag Hilfe bei zwei Verrichtungen aus der einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege benötigt. Zusätzlich benötigt eine Person in Pflegestufe 1 mehrmals wöchentlich Unterstützung bei der Haushaltsführung. Insgesamt liegt der Tagesaufwand für die Pflege hier bei 90 Minuten, wobei 45 Minuten auf Unterstützung bei der Grundpflege entfallen.

Pflegestufe 2:
Pflegestufe 2 setzt Schwerpflegebedürftigkeit voraus. Von Schwerpflegebedürftigkeit wird gesprochen, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten Hilfe bei der Grundpflege benötigt wird. Zusätzlich benötigt eine Person in Pflegestufe 2 mehrmals wöchentlich Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Insgesamt liegt der tägliche Zeitaufwand bei mindestens drei Stunden, davon mindestens zwei Stunden für den Bereich Grundpflege.

Pflegestufe 3:
In Pflegestufe 3, auch Schwerstpflegebedürftigkeit, fällt der Hilfebedarf in der Grundpflege auf den gesamten Tag an, so dass jederzeit Unterstützung erforderlich ist. Auch hier benötigt die pflegebedürftige Person mehrmals in der Woche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung.
Der durchschnittliche Zeitaufwand pro Tag liegt bei fünf Stunden, davon mindestens vier Stunden in der Grundpflege.

Bildquelle: iStock / Fotolia

7Jul/14

Umfrage: Nadelstichverletzungen in der Altenpflege

Seit März 2014 gelten neue „Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege“. Aus diesem Grund werden nun auch in der stationären und ambulanten Altenpflege neue Vorkehrungen zum Schutz der Mitarbeiter vor Nadelstichverletzungen getroffen. Um unter anderem feststellen zu können, wie hoch das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen in der Altenpflege ist, führt die Initiative SAFETY FIRST! eine Umfrage durch.

Nadelstichverletzungen in der AltenpflegeNadelstichverletzungen zählen zu den häufigsten Arbeitsunfällen im Gesundheitswesen und der Pflege. Laut Expertenuntersuchungen sticht oder schneidet sich jeder Mitarbeiter durchschnittlich alle zwei Jahre einmal. Das entspricht rund einer Million Verletzungen pro Jahr – die Dunkelziffer liegt weit höher. Etwa 50 bis 90 Prozent der Nadelstichverletzungen werden Schätzungen zufolge nicht gemeldet.

Was bei Nadelstichverletzungen oft vergessen wird, sind, neben den gesundheitlichen Risiken, auch die mit den Verletzungen einhergehenden Kosten. Eine einzelne Verletzung kann durchschnittlich Kosten in Höhe von 480,- Euro verursachen. Diese ergeben sich durch diagnostische Maßnahmen, notwendige Behandlungen und möglichen Arbeitsausfall. Inzwischen gibt es verschiedene Studien, die sich mit diesem Thema näher befassen und zu ähnlichen Ergebnissen kommen.

Wie hoch ist das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen?
Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland möchte mit einer Umfrage zum Thema Nadelstichverletzungen zum einen herausfinden, wie hoch das Bewusstsein für Nadelstichverletzungen im Berufsalltag in den Bereichen Pflege und Gesundheitswesen ist. Zum anderen soll das Ergebnis der Umfrage zeigen, ob Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ausreichend über Nadelstichverletzungen und deren Folgen aufklären sowie geeignet Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter ergreifen.

Mitmachen kann jeder, der in der Altenpflege tätig ist und in seiner Tätigkeit mit Nadeln in Kontakt kommt, z.B. beim Insulin spritzen oder Blutzucker messen.

Initiative SAFETY FIRST! Deutschland
Die Initiative SAFETY FIRST! Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema Nadelstichverletzungen in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen, um so auf die Aktualität und Dringlichkeit dieses Themas ausführlich hinzuweisen. Im Fokus stehen hierbei natürlich die Berufsgruppen, die durch ihre tägliche Arbeit mit spitzen und scharfen Instrumenten besonders gefährdet sind, um ein Bewusstsein für die Verletzungsgefahr und daraus resultierende mögliche Infektionen zu schaffen.

Bildquelle: Pixelio.de